Sebastian hatte seinen ersten Kampfrichter-Einsatz beim Sassenberg-Triathlon im schönen Münsterland. Ausgebuchte Veranstaltung, rund 1.700 Teilnehmer/-innen, Volks- bis Mitteldistanz, Sonnenschein - was will man mehr für die Premiere?
Der Einsatz beginnt früh. 6.45 Uhr Briefing mit dem Veranstalter, ein gemeinsamer Kaffee, Ausgabe von vielen Wasserflaschen für den Tag sowie Wertmarken, falls man noch mehr Durst oder Hunger bekommt. Auch hier zeigen die Sassenberger Routine und Engagement.
Erster Posten laut Einsatzplan: Pre-Check-in. Haben die Leute den Helm aufgesetzt und geschlossen? Sind die Startnummern aufgeklebt? Wer braucht seine Startnummer noch auf den Arm geschrieben, damit die Fische im See wissen, wer sie stört? Bisweilen ist auch psychologische Unterstützung für Debütanten oder Wegweisung gefragt.
Als die Schlangen länger werden, übernehmen Volunteers des Veranstalters den Pre-Check-in komplett. Wir Kampfrichter besetzen jetzt den Check-in mit drei Schlangen, wobei in jeder zwei Leute / Räder gleichzeitig kontrolliert werden. So geht es deutlich schneller. Ich sehe viele sehr schöne Räder und einige echte Unikate. Erstaunlich häufig fehlen jedoch Stopfen für die Lenkerenden, die die Sportordnung klar vorschreibt. Niemand möchte im Falle eines Sturzes ein offenes Lenkerrohr in den Bauch bekommen! Außerdem sieht ein Lenker mit Stopfen - zumindest nach meiner Meinung - viel besser aus. Mit Panzerband sorgen wir für Sicherheit. Diskussion gibt es am Check-in heute erfreulich selten. Der Westfale an sich st eher wortkarg, die Liga-Starter wissen, was sie tun und Starter beim Military-Cup (aus Belgien, den Niederlanden, Litauen und Deutschland) tun aus Gewohnheit eh, was man ihnen befiehlt ;-)
Nächster Posten: Radauf- und -abstieg. Inzwischen in voller Sonne bei 28 Grad. Gut, dass ich nur "rumstehe" und anzeige - abgesehen von ein paar Verwarnungen, weil Teilnehmer/-innen zu früh aufs Rad steigen wollen. Aber das lässt sich ja schnell er(klären). Einige spektakuläre Verbremser beim Abstieg (inkl. Überschlag) könnten längere Folgen haben, aber die meisten haben das gut bis sehr elegant hinbekommen. Allerdings muss mein Kollege auch zwei Disqualifikationen aussprechen: zwei Teilnehmerinnen waren mit Kopfhörern unterwegs. Das ist komplett verboten, weil es vom Wettkampf ablenkt. So hört man / frau weder die Streckenposten, noch Rufe anderer Teilnehmer/-innen oder - im schlimmsten Fall - den Rettungswagen, der freie Fahrt benötigt. Anders als im Fußball bedeutet die rote Karte jedoch nicht immer den sofortigen Ausschluss oder eine Sperre. Die jungen Damen dürfen den Wettkampf beenden, wurden jedoch nicht gewertet.
Das Fazit des Tages wird insgesamt sehr positiv ausfallen. Trotz der Hitze nur wenige DNFs, wenig Arbeit für die Sanitäter und die DLRG konnte entspannt Bötchen fahren. Auch unser Kampfrichter-Team hat gut zusammengearbeitet und den Einsatz nach einer gemeinsamen Bratwurst gegen Vier beendet. (SD)